Digitale Mediathek

(Ein Projekt des Instituts für Medienforschung der Universität Siegen)

 
Grundlagen

Medienwissenschaftliche Arbeitsplätze

Aufgaben

Medienbestände

Werke der Fernsehgeschichte

Programmgeschichte - Sendegeschichte

Materialität der Fernsehgeschichte

Kanon und Wertung

Kanon einer Fernsehgeschichte

Sendungsliste Fernsehgeschichte

Aktuelle Publikationen

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Projekte in Bearbeitung, Vorbereitung oder Planung

  

  

  

  

  

  

  

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Grundlagen

Am 22. November 1985 errichtete die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Universität Siegen den Sonderforschungsbereich 240 „Ästhetik, Pragmatik und Geschichte der Bildschirmmedien”, der am 2. Januar 1986 seine Arbeit aufnahm und am 31.12.2000 abschloss. Ziel des Sonderforschungsbereichs war es, die Theorie, Geschichte und Ästhetik der Bildschirmmedien bezogen auf ihre Präsentationsformen und Handlungsrollen zu untersuchen. Zunächst lag der Forschungsschwerpunkt des sfb 240 vor allem bei der historischen und ästhetischen Erforschung des Mediums Fernsehen. Gleichwohl wurden Text- und Datenbanksysteme als „Neue Medien” in das Forschungsprogramm aufgenommen. Insgesamt wurden in der 15jährigen Laufzeit des sfb 33 Teilprojekte abgeschlossen. Mit über 2.000 Publikationen hat sich der Sonderforschungsbereich intensiv an der medienwissenschaftlichen Grundlagenforschung beteiligt.




Medienwissenschaftliche Arbeitsplätze

Mit Auslaufen des Sonderforschungsbereichs 240 bestand die Notwendigkeit, die wertvollen, mit hohem Mitteleinsatz beschafften Forschungsmaterialien und Forschungsergebnisse zu sichern und auch weiter der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Es handelt sich neben den umfangreichen schriftlichen Materialien und den verschiedenen Datenbanken vor allem um über 8.000 Sendungen, die von den Archiven nach den bestehenden Verträgen zu Analysezwecken zur Verfügung gestellt wurden. Die Auswahl der Materialien durch die Arbeitsanforderungen der Teilprojekte gibt dem Gesamtbestand einmalige Dimensionen. Es handelt sich um die einzige Forschungsmediathek dieser Qualität und dieses Umfangs in Deutschland.

Neben der physischen Archivierung bot sich an, das im Rahmen des sfb entwickelte informatische Konzept eines „Medienwissenschaftlichen Arbeitsplatzes” nicht nur als Prototyp vorzustellen, sondern so zu implementieren, dass es als Archiv- und Arbeitssystem für Forschungen zu medienwissenschaftlichen Inhalten eingesetzt werden kann (siehe Abbildung).

Drei Wissenschaftler-Arbeitsplätze mit Netzzugang sind bereits in Funktion und werden von Wissenschaftlern der Universität und von ehemaligen Mitarbeitern des sfb 240 zu Abschlussarbeiten genutzt. Als eingerichtete und ausgestattete Arbeitsplätze stehen sie dem Institut für Medienforschung als „workbench” mit entsprechender Hard- und Software für entsprechende Forschungsprojekte zur Verfügung. 


   

Aufgaben

Mit den medienwissenschaftlichen Arbeitsplätzen sind folgende Aufgaben verbunden:

1.      Pflege und Nutzbarmachung des physischen Materials in Siegen und, nach Anforderung, für andere Forschungsgruppen;

2.      Bereitstellung von Front-Ends für die Nutzung der Datenbankmaterialien im Haus und der Materialien und Datenbanken der Partner des Netzwerks, und des Servers für die Nutzung im Haus und durch die Partner;

3.      Weitere Implementierung der Werkzeuge des „Medienwissenschaftlichen Arbeitsplatzes”;

4.      Partielle Digitalisierung von Materialien, on demand bzw. in laufender Arbeit, unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen;

5.      Forschungen zur inhaltlichen Erschließung von Videomaterialien und Weiterentwicklung und Implementierung von Tools zur Sicherung und Analyse von Bewegtbildmaterialien und Texten.


    

Medienbestände

Da der Sonderforschungsbereich „Bildschirmmedien” schwerpunktmäßig die Geschichte des deutschen Fernsehens erforscht hat, wurde v.a. rundfunk-historisches Material verschiedener Genres (Fernsehspiele, Spielfilme, politische, kulturelle sowie Jugend-Magazine, Nachrichtensendungen, Theater- und Operninszenierungen, Kinder- und Jugendsendungen, Kunstsendungen etc.) gesammelt. Das Material unterteilt sich in folgende Kategorien:

1.      Videokassetten,

2.      Akten (Analysematerialien zu Sendungen und Programmkonzepten, Zeitschriftenartikel u. Forschungsliteratur etc.),

3.      Datenbanken (Literatur- und Sendungsdatenbanken etc.).

Die Datenbanken der Teilprojekte, ausgewählte Forschungsliteratur aus dem sfb sowie der Bestand der Videomaterialien sind über die medienwissenschaftlichen Arbeitsplätze abrufbar.

   
   

Werke der Fernsehgeschichte - Werke der Filmgeschichte?

Als entwickelte Audiovision macht Fernsehen unabsehbar Gebrauch von diversen „Filmstocks“. Nicht nur der Kirch-Konzern ist fundiert in einem großen Filmarchiv. Die Schatzhäuser der bewegten Bilder, die Fernseharchive, werden als unbezahlbar angesehen. Wo aber endet der Filmstock, wo beginnt das Fernseharchiv? Eine Abgrenzung des filmgeschichtlichen Kanons vom fernsehgeschichtlichen gerät zu einem fast unlösbaren Problem insbesondere deshalb, weil sich die Kanonisierung von filmgeschichtlichen Werken nicht zuletzt über die Programmgeschichte des Fernsehens und dessen Verwertungsinteresse, auch im Blick auf seine Profilierung als Kulturmedium vollzogen hat. Die Redaktionen des „Fernsehspiels“ sind, ausgesprochen oder unausgesprochen, Filmredaktionen geworden, oder waren es von Anbeginn, als die abgetasteten Filme das zumeist verschwiegene Rückgrat des Programms ausmachten. Der Unterschied liegt in der Rezeption, im Dispositiv: hier die Kinovorführung, dort die Sendung „an Alle“, die sich bereits einen Apparat ins Wohnzimmer stellen könnten. Adorno wies bereits auf die „Verzwergung“ hin. Von der Seite des Produkts besteht ein Unterschied der „movies“ und der „movies made for Television“ vor allem darin, dass die Finanzierungsmodalitäten anders sind. Bis auf die Fernsehserie, die im Kino nicht „läuft“, ist das belichtete Material für beide Medien tauglich, eine Feststellung, die das banale Resumé langer Film-Fernsehdebatten darstellt, die selber ein Teil der Wechselwirkungsgeschichte der Medien ist.


Programmgeschichte - Sendegeschichte

Während die Filmgeschichte auf zeitnahe Wiederholung abhebt, bezieht sich die Fernsehgeschichte auf das einzelne Sendeereignis. Die Publikumsreaktion an einem Abend kann eine Sendung in den Rang einer „Kultsendung“ erheben. Steht die Wiederholung am Beginn des Filmkanons, so wird sie beim Fernsehen erst nach einer Kanonisierung nötig, unter Verweis auf die Erstsendung und ihren Ereignischarakter. Zwischen Premiere und Wiederaufnahme tritt oft ein langer Zeitraum. Konkurrenzen im Programmangebot zwischen „neuen“ Filmen und eingeführten „Formaten“ werden im Fernsehen zunächst immer vom eingeführten Format gewonnen. Erst in der Nachschau, der Nachsichtung z.B. im Kontext der Verleihung von Fernsehpreisen, wird das Fernsehereignis einer Erstsendung konstruiert und an Qualitäten festgemacht, die ohne Ausnahme auch Filmqualitäten sein könnten. Fernsehgeschichte, soweit sie nicht nur auf Hörensagen, sondern auf Nachsichtung beruht, die bereits hohe Verluste an täglichem Sendematerial einrechnen muss, ist gegenüber der Filmgeschichte wegen der Flüchtigkeit des Mediums Rundfunk und seiner Materialitäten immer im Nachteil. Schreibt man Programmgeschichte, so könnte man zwar ohne Filme und Filmmaterial auskommen, in Form einer reinen Sendungsgeschichte, mit der Veränderung der Programmschemata, mit der Besetzung von Programmplätzen argumentieren. Diese Programmgeschichte aber bleibt abstrakt, wird sie nicht als Verweis auf eine Sendegeschichte gelesen.

Nimmt man die Qualitätsargumente ernst, so kann die ideale Mediathek nichts anderes sein als eine ideale Kinemathek. Wenn hier trotzdem nicht von einer Fernsehgeschichte ohne Filme, oder einer Kinemathek ohne Fernsehen gesprochen wird, sondern von einem Fernsehkanon, der mehr ist als ein Filmkanon und zugleich gelegentlich auch weniger, so ist auf einen komplexe Sichtungsprozess zu verweisen, der die systematisch vorzutragenden Qualitätsargumente so historisiert, dass auch der Aspekt der Programmgeschichte zur Geltung kommen kann. Der Königsweg zum Fernsehkanon ist die Fernsehgeschichte selber, dass, was sie als Anschauungsmaterial braucht, um der Geschichte von Schemata zu entgehen.


 

Materialität der Fernsehgeschichte

Das täglich gebotene Anschauungsmaterial ist im Augenblick der Sendung „versendet“. In zweifacher Weise ist die Sendegeschichte rekonstruierbar. Zum einen wird das Sendematerial zum Zweck der Wiedersendung aufbewahrt, zum anderen zeichnen die Sender selbst, in der Rolle eines idealen Zuschauers, die Sendung auf. Unübersehbar ist aber auch eine hochdisperse Mitschnitttätigkeit der Zuschauer selber von dem Zeitpunkt an, an dem Videoaufzeichnung allgemein möglich war. In der Geschichte des Fernsehens ist eine Zeit „vor VHS“ und „nach VHS“ zu unterscheiden. Bezeichnenderweise beginnt die breite universitäre Fernsehforschung weithin erst „nach VHS“.

Auf diese Weise sind umfassende Bestände entstanden, die dezidierten Nutzerinteressen entsprechen, und die Privatkanones des Sehenswerten repräsentieren. Die wissenschaftliche Nutzung als Spezialfall der privaten Nutzung ist hier keineswegs privilegiert: auch sie entspricht einem jeweiligen, vereinzelten Nutzerinteresse. Erst eine virtuelle Gesamtheit kann den Anspruch erheben, eine Art Gegenbild der Daueraufzeichnung durch die Sender zu bilden. Dann, wenn die Sender selbst durch eine restriktive Aufzeichnungspraxis und durch nachträgliche Kassationen ihr eigenes Material auf den Kanon der Produzenten reduzieren, so kann die private Aufzeichnungspraxis ein Korrekturmodell aufstellen. Dies ist aber erst in der Zeit „nach VHS“ der Fall. Die Zeit vorher unterliegt den Gesetzen der Produktionsarchive, einem rein quantitativen Rezipientenmodell, wie es die Quotenforschung vorsieht, oder der Urteilsbildung, wie sie sich in den gedruckten Dokumenten der Fernsehkritik ablesen lässt. Für den Zuschauer hat sie ihre audiovisuelle Qualität bis auf Erinnerungsreste verloren. Ob, in welchem Umfang und wie begründet aus solchen Aktivitäten ein Kanon der Fernsehgeschichte,  Voraussetzung ihrer Schreibbarkeit und zugleich ihr Ergebnis, muss an dieser Stelle offen bleiben. 

   
   

Kanon und Wertung

Die neuere Kanondiskussion, so wie sie sich in den von Renate Heydebrandt herausgegebenen Sammelband „Kanon Macht Kultur“ referiert noch, und immer noch, auf den „literarischen Kanon“. Die Medienfrage ist zwar gestellt, bedarf aber immer noch einlässlicher Bearbeitung. Medienwertung ist nur ein Teilprozess der Kanonbildung, die Herausbildung von Normen und Wertsetzungen nur eine Voraussetzung für das, was „gelesen“ werden soll, mehr noch für das, was „gesehen“ werden soll – oder gesehen wurde, wenn sich daraus das Sehenswerte ableiten könnte. Der Fernsehkanon ist hier keine Ausnahme, dem literarischen Kanon und seinen Problemen durchaus verwandt. Norm- und Wertbegriffe sind zur Begründung von Kanones heranzuziehen, aber hier schon ergibt sich eine petitio principii: der Kanon bestimmt letztlich die Aktualität von Normen, und damit das, was ihn begründet. Normen und Wertsetzungen erweisen sich, gerade im Hochwert des „Klassischen“, als keineswegs ewig gültig, sondern als historisch. Was bei der langen Literaturgeschichte allenfalls noch in Wellen und Großepochen sich ausgleichen mag – über Geschmack und Geschmäcker muss man bekanntlich streiten, weil ein Wert nur als Argument stabil bleiben kann.


 

Kanon der Fernsehgeschichte - Kanon einer Fernsehgeschichte?

In der Tat aber lässt der Diskurs über Fernsehqualität und Fernsehqualitäten, wie er in der fernsehkritischen Seiten und in den Medienforen geführt wird, auf einen solchen Kanon schließen. „Man“ ist sich einig, dass diese oder jene Sendung „Epoche“ gemacht habe. Jährlich werden Preise für die besten Fernsehproduktionen ausgelobt. So mancher Sendung wird „Kultstatus“ zugemessen. Der Fernsehkanon findet seinen Niederschlag als Rückgrat von Fernsehgeschichten und Fernsehgeschichte. In der Tat hat sich hier, in den Jahren nach 1989, auch unter den Bedingungen einer neuen Erinnerungskultur, ein Kanon des einstmals Sehenswerten herausgebildet. Ein erster Versuch hierzu, der sich insgesamt als eine „erfolgreiche Formulierung“ herausgestellt hat, war die „Geschichte des deutschen Fernsehens“, herausgegeben von Helmut Kreuzer und Christian Thomsen. Sie weist insgesamt gut 2000 Sendungen nach, die in irgendeinem Bezug fernsehgeschichtlich als erwähnenswert galten. Neuere Fernsehgeschichten weichen hiervon kaum mehr ab, reduzieren das Angebot oder erweitern es geringfügig in zeitlicher Hinsicht. Der Fernsehkanon ist überraschend stabil, wenn man auf die Zahl von etwa 2000 „Mustersendungen“ abhebt.

Dieser - vorläufige - Fernsehkanon, der nicht (oder nicht mehr) ein Filmkanon ist, hat die Form einer Liste, wie bei Kanones üblich. Die Liste, die hier zur Diskussion gestellt wird, eine virtuelle Mediathek, reicht von der „ersten Sendung“ des „Deutschen Fernsehens“ und des „Zweiten Deutschen Fernsehens“, also dem „Vorspiel zu Goethes Faust“,  bis zum jeweils „letzten“ Sehereignis für den jeweiligen Geschichtsschreiber. Für die ausgewertete Fernsehgeschichte ist dies 1992 – Fortsetzung darf  folgen. Die Liste enthält "vor Ort" die Links auf die vorhandenen Bestände, sei es in metamedialer Form des Nachweises in einer eigenen Datenbank oder der eines Partners im Netzwerk, sei es auf eine Datei, in der das Material zur Nutzung am Medienwissenschaftlichen Arbeitsplatz in digitalisierter Form bereits zur Verfügung steht. 

Sendungsliste Fernsehgeschichte

Teilprojekt B1: Fernsehgeschichte der Literatur. Fiktionale Fernsehsendungen als Verarbeitung literarischer Vorlagen

Teilprojekt B15: Medienwertungsforschung. Fiktionale Fernsehsendungen als Argumente für Qualitätsfernsehen

   
   

Aktuelle Publikationen

Bolik, Sibylle / Schanze, Helmut (Hrsg.): Medienwertung, München: Fink 2001.

Im Umfeld der Medien ist Werten, außerästhetisches und ästhetisches, die zentrale Handlung überhaupt. In der Medienproduktion, in Redaktion, Programmplanung und Distribution werden Werte quasi wie Naturgesetzte vorausgesetzt und angewandt.  Die Frage nach Programmqualität und "Qualitätsfernsehen" ist zu einem zentralen Thema der medienpolitischen und -kritischen Debatte avanciert.
Eine Aufgabe der Medienwissenschaft bleibt die theoretische, systematische und empirische Aufklärung eines komplexen Wertungsfeldes: seiner soziologischen Hintergründe und strukturellen Widersprüche, seiner Abhängigkeit von gesellschaftlichen Normen und moralischen Konventionen, von technischen, ökonomischen und rechtlichen Bedingungen ebenso wie von ästhetischen Traditionen. In den Mittelpunkt der Betrachtung rücken der Prozess der Wertung und damit die Werte, die in ihm manifest werden.
  

Gendolla, Peter / Schmitz, Norbert M. / Schneider Irmela / Spangenberg, Peter M.: Formen interaktiver Medienkunst, Fankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2001 (Buch und CD-ROM)

Seit 20 Jahren ist die „digitale Revolution“ mit ihrem Potenzial für neue, freiere Kommunikationsstrukturen eine Herausforderung für die Kunst. Der Band, der sich an Medien- und Kunstwissenschaftler wie auch an Künstler richtet, will nach dem „Hype“ der letzten Jahrzehnte ein erstes Resümee jener theoretischen und praktischen Utopien ziehen, die Interaktivität zu einem zentralen Paradigma aktueller ästhetischer Debatten machten. Er bietet einen Abriss der jungen Geschichte der neuesten Tendenzen interaktiver Medienkunst. Eine CD-ROM mit Beispielen lässt diese neue Kunstform auch konkret anschaulich werden.
 

Ludes, Peter: Multimedia und Multi-Moderne: Schlüsselbilder. Fernsehnachrichten und World Wide Web – Medienzivilisierung in der europäischen Währungsunion, Opladen: Westdeutscher Verlag 2001 (Buch und CD-ROM)

Gesellschaftstheoretisch wird in diesem Band vorgeschlagen, die Ko-Existenz verschiedener Modernen innerhalb von Gesellschaften, v.a. aber auch in transnationalen Vernetzungen zu berücksichtigen. Dem dient das Konzept der Multi-Moderne. Mit dem Phänomen der Schlüsselbilder in den Fernsehnachrichtensendungen und im WWW ist es dabei gelungen, einen transkulturellen Wirkungsmechanismus zu identifizieren, der einen Schlüssel zum makrotheoretischen Verständnis des Verhältnisses von Politik, Gesellschaft und Bildschirmmedien darstellt. Den größten Wert hat dieses Integral von Buch und CD-ROM (433 Seiten, mit 86 Minuten Videodokumentationen) aber für all die Nachgeborenen, denen ohne solche Dokumente die historische Tiefendimension fernsehvermittelter Öffentlichkeit (seit 1949) und der Frühphase des World Wide Web verborgen bliebe. „In dieser Form hier erstmals praktiziert, könnte das schulbildend wirken.“ (Wolfgang R. Langenbucher)
 

Schanze, Helmut (Hrsg.): Handbuch der Mediengeschichte, Stuttgart: Alfred Kröner Verlag 2001

Im 20. Jahrhundert, das mit Fernsehen und Digitalisierung zwei neue Medienzeitalter hervorgebracht hat, ist die Bedeutung der Medien unübersehbar geworden. Sie dienen keineswegs nur der neutralen Übermittlung und Aufzeichnung von Inhalten, sondern sie nehmen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben, prägen Wissen und Gedächtnis, sie bestimmen die populäre Kultur und finden ihren Niederschlag in den Künsten. Die Medien sind so seit einigen Jahrzehnten zum Gegenstand intensiver Forschung geworden, deren Grundlagen und Ergebnisse in diesem Handbuch vorgestellt werden.

Der Band orientiert im ersten Teil über die verschiedenen Disziplinen der Medienforschung wie Medientheorie, Medienpsychologie, Medienpädagogik, Medienökonomie, Medienrecht u.a. Im zweiten Teil folgt ein Überblick über die Mediengeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Im dritten Teil wird die Geschichte der Einzelmedien wie Literatur, Film, Hörspiel, Fernsehen, der Digitalmedien u.a. vorgestellt. Ausführliche Personen- und Begriffsregister beschließen den Band. Das Handbuch bietet erstmals eine umfassende, detailliert aufgeschlüsselte Gesamtdarstellung der Erforschung der Medien und ihrer Geschichte.
  

Schanze, Helmut / Kammer, Manfred (Hrsg.): Interaktive Medien und ihre Nutzer. Metamedien, Bd. 3, Baden-Baden: Nomos 2001

Metamedien sind digitale Zugangsmedien zu digitalen Medieninhalten. Ihr Spektrum reicht vom technischen Übertragungsweg (z.B. per Satellit) über Hard- und Softwarekomponenten (z.B. Decoder für digitales Fernsehen, Internet-Browser) bis zum Orientierungswerkzeug (z.B. Online-Programmzeitschriften und -Datenbanken). Metamedien kommt im gegenwärtigen Prozess der Medienentwicklung wachsende Bedeutung zu, da sie in all ihren Erscheinungsformen die Schnittstellen zwischen den Nutzern und den eigentlichen Medieninhalten bilden.
Der Band enthält Beiträge von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts „Interaktive Mediennutzung“ im DFG-Sonderforschungsbereich 240 „Bildschirmmedien“ an der Universität-Gesamthochschule Siegen sowie von Experten aus der Multimedia-Branche. Er umfasst Überblicksdarstellungen dieser Bereiche, Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen (z.B. die Verschmelzung von Fernsehen und Internet) und eine Theorie der Metamedien.
Er richtet sich an Medienwissenschaftler und -berater, an Unternehmen und Mitarbeiter in der Multimedia-Branche und bei Online-Diensten, an Journalisten und darüber hinaus an alle, die sich für den gegenwärtigen Medienwandel interessieren.
    

   
   

Kontakt:

Universität Siegen
Digitale Mediathek – Netzwerk Mediatheken
Medien- und Kulturhaus Lÿz
D-57068 Siegen

Projektleitung:

Prof. Dr. Helmut Schanze           Tel.: (+49) (0271) 740-4933
                                                      E-Mail: schanze@sfb240.uni-siegen.de

MitarbeiterInnen:

Dr. Susanne Pütz                        Tel.: (+49) (0271) 740-4931
                                                      E-Mail: puetz@sfb240.uni-siegen.de

Georg Rademacher M.A.           Tel.: (+49) (0271) 740-4931
                                                      E-Mail: georg.rademacher@sfb240.uni-siegen.de

      
   

Partner:


  
ARD-Hauptstadtstudio

  
Bayerische Staatsbibliothek

  
Bundesarchiv

  
Deutsches Filminstitut

  
Deutsches Rundfunkarchiv

  
Goethe-Institut Inter Nationes

  
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

  
HAUS DES DOKUMENTARFILMS

  
Historisches Museum Frankfurt

  
Institut für Film- und Fernsehwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

  
Museumsstiftung Post und Telekommunikation

  
Niedersächsische Landesbibliothek Hannover

  
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek

  
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

  
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl-von-Ossietzky

  
StadtBibliothek Köln

  
Universitätsbibliothek Bochum

  
Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt

  
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe

   

 

Institut für Medienforschung
Zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Siegen

Institutsleitung

Geschäftsführender Direktor:          Prof. Dr. Ralf Schnell
Stellvertreter:                                     Priv.-Doz. Dr. Peter M. Hejl
Geschäftsführung:                             Dipl.-Soz. Raimund Klauser

Vorstand:                                           Prof. Dr. Manfred Grauer
                                                            Priv.-Doz. Dr. Peter M. Hejl
                                                            Prof. Dr. Klaus Kreimeier
                                                            Priv.-Doz. Dr. Gebhard Rusch
                                                            Prof. Dr. Helmut Schanze
                                                            Prof. Dr. Volker Scharf
                                                            Prof. Dr. Ralf Schnell

Sekretariat:                                        Monika Traut

   
   

Kontakt

Universität Siegen, 57068 Siegen
Tel. 0271/740-4441 (Geschäftsführung); -4712 (Sekretariat); Fax -2533
E-Mail: info@lumis.uni-siegen.de

  
   

Aufgaben

Das Institut für Medienforschung wurde im Sommer 2001 als Zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Bündelung der Forschungsaktivitäten im Bereich Medien gegründet. Es dient der Förderung interdisziplinärer und kooperativer, projektorientierter und international ausgerichteter Medienforschung. Seine Aufgabe ist die Erforschung der modernen Massenmedien (Geschichte, Theorie, Analyse) wie der neuen Kommunikationsformen. Das Institut betreibt gleichermaßen Grundlagen- und Auftragsforschung. Es entwickelt Anwendungen der aktuellen Informationstechnologien und ermöglicht – in Kooperation u.a. mit Medieninstitutionen, Wirtschaft, Industrie – anwendungsbezogene Lösungen.

Das 1984 gegründete Institut für Empirische Literatur- und Medienforschung (LUMIS), Zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Siegen, wurde im Zuge der Neugründung in das Institut für Medienforschung übergeleitet. Mit zur langen Tradition der Medienforschung in Siegen gehört außerdem der DFG-Sonderforschungsbereich „Ästhetik, Pragmatik und Geschichte der Bildschirmmedien” (1986-2000).

  
   

Projekte in Bearbeitung, Vorbereitung oder Planung         (Stand: Februar 2002)

ProjektleiterInnen

Titel / Thema / Projektbereich

Adam / Rusch Das Phänomen "Harry Potter" - Erfolgsfaktoren eines Bestsellers

Bergmann / Hejl / Kothen / Rusch

Kommunizierende Unternehmen

Brinkmann

Didaktische Entwicklungs- und Prüfstelle für Lernsoftware (Primarstufe)

Freisleben / Gendolla / Grauer / Schnell

Elektronische Einführung in die Literaturwissenschaft

Hallenberger / Schanze European Media Content

Hallenberger / Krewani / Thomsen

Mythos Hollywood

Hejl

Determinanten menschlichen Verhaltens / Transkulturelle Universalien

Klauser

Presse-Monitoring "Journalistenpreis Bahnhof"

Ludes

EUROpäische MedienBILDung. Die Einführung des Euro

Roloff

Theater und Theatralität im Film - französische Theater/Filme 1930-1960

Rosenstein

Deutsche Literaturkritik 1914 bis 1945

Rusch

Medienunterricht

Schanze

Digitale Mediathek – Netzwerk Mediatheken